Das Heinemann Quartier soll die ehemalige Kaufhof-Fläche im Zentrum von Hamm wieder mit Leben füllen. Die Verantwortlichen berichten von den Plänen.
Hamm – „Der Star ist der Raum“, sagt Architekt Volker Pahmeyer. Pahmeyer hat im Auftrag der Green Roof Projekt GmbH die Planung für das ehemalige Kaufhof-Gelände entwickelt. Auf 7400 Quadratmetern Grundfläche entsteht das Heinemann Quartier – ein Schlüsselprojekt für die Innenstadt. „Wir bauen speziell für diesen Ort“, sagt Pahmeyer. Welche Überlegungen dem im Detail zugrunde liegen und warum nicht Beton, sondern der Raum der Star ist, hat er im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt.
„Am Anfang steht immer der Städtebau“, sagt Pahmeyer. „Das ist das Spannende an der Planung. Ein Objekt dieser Art ist extrem verzahnt mit seiner Umgebung und muss sich einfügen.“ Zu Beginn sammle er Input von unterschiedlichsten „Playern“ – unter anderem von Ämtern, Feuerwehr und nicht zuletzt von den Bauherren und künftigen Mietern.
Heinemann Quartier in Hamm: Eine Übersicht über das Großprojekt
Im Februar 2025 sei der erste Entwurf als Handskizze entstanden. Zwischen der ersten Skizze und der Planung, die sich später im Bauantrag abbildet, lägen in diesem Fall 40 bis 50 weitere städtebauliche Varianten und rund sechs Monate Zeit, so Pahmeyer. Es sei üblich, so viele Entwürfe zu entwickeln. Dazu gehörten auch Negativ-Varianten, wie ein Ort später nicht aussehen sollte. Eine weit kleinere Auswahl habe er schließlich den Geschäftsführern der Green Roof GmbH, Franz Venker und Simon Schneider, vorgelegt. „Auch die finale Planung bleibt im Detail noch flexibel“, erläutert Pahmeyer. „So können wir je nach Mieterbedarf Anpassungen vornehmen.“ Die Planung:
Der Platz
Zwischen drei Baukörpern liegt ein zentraler Platz, der sich bewusst nach Süden zum Licht und zur Bahnhofstraße öffnet. „Ein Platz sollte sofort einsehbar sein“, so Pahmeyer. „Wir wollen uns für die Menschen öffnen.“ Wie ein Platz funktioniere, habe viel mit Psychologie zu tun. Das gehöre zum Einmaleins des Städtebaus. Pahmeyer hat neben Architektur auch Städtebau studiert. „Der Star ist der Raum“, sagt Pahmeyer. Der Platz erfülle verschiedene Funktionen: Laufweg, Aufenthalts- und Veranstaltungsort, Raum für Gastronomie.
Wegebeziehungen
Der Platz ist Teil einer Achse, die die Bahnhofstraße mit der Gustav-Heinemann-Straße und dem Technischen Rathaus verbindet. Geplant ist kein gerader Korridor, sondern eine Wegeführung mit Verengungen und Torcharakter. Alle Gebäudeeingänge, auch der des Parkhauses, führen direkt auf den Platz.
Gebäude
Drei Baukörper (zusammen 12 900 Quadratmeter Nutzfläche) umgeben den Platz. Der zentrale Baukörper ist siebengeschossig und liegt am Kopfende des Platzes. Er setzt einen Kontrapunkt zum sehr dominanten Technischen Rathaus. „Der Baukörper ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Innenstadt“, sagt Pahmeyer. Die weiteren Baukörper zur Luisenstraße sind sechs-, zur Bahnhofstraße fünfgeschossig. Unterschiedliche Höhen, verspringende Fassaden, sich öffnende Innenhöfe erwecken den Eindruck, es handele sich um mehr als drei Gebäude.
Parkhaus
Das Parkhaus mit sieben Ebenen (300 bis 400 Plätze) decke den Bedarf künftiger Mieter wie Arztpraxen, Dienstleister, Bewohner oder der Gastronomie. Die Hochgarage liegt bewusst an der nordöstlichen Kante des Grundstücks mit Zufahrt von der Gustav-Heinemann-Straße (parallel zur Parkplatzrampe von Euronics). Das ist das unattraktivste Stück am gesamten „Kuchen“. „Man darf für eine hochwertige Mieternutzung keine schlechten Lagen erzeugen“, erläutert Pahmeyer die Standortwahl. Deshalb scheide dieser Teil für eine Vermietung anderer Art aus.
Fassaden
Zwar ähneln sich die Fassaden der Gebäudekörper, doch er habe eine „typische Rasterfassade“ vermeiden wollen, sagt Pahmeyer. Deshalb variieren Fensterhöhen und -breiten. Hinter dem säulenartigen Rahmen des zentralen Gebäudekörpers verbergen sich mehr Geschosse als der erste Blick vermuten lässt. Die Fassaden erhalten einen sandsteinfarbenen Klinker. „Der Trend geht zum Warmen. Hell und freundlich“, erläutert Pahmeyer.
Gastronomie
Gastronomie ist zentraler Baustein im Quartier. 600 Quadratmeter (400 Quadratmeter Gastraum) sind dafür geplant. Verhandlungen laufen.
Sicherheitsgefühl
Es gebe keine Rückzugsräume oder innenliegende Eingänge. Bewusst habe er keinen vollständig umbauten Platz geplant. Gefühlte Sicherheit sei auch ein zentrales Argument für eine Hoch- und gegen eine Tiefgarage gewesen, so der Architekt.
Stadtklima
Auf dem Platz sollen Bäume zusammen ein „Bäumedach“ ergeben. Unterirdische Wasserspeicher (Rigolen) sind Bausteine einer „Schwammstadt“. Die Gebäudedächer sind begrünt. Der Abbruch des alten Kaufhof-Gebäudes soll nach Angaben von Green Roof in diesem Jahr beginnen. Volker Pahmeyer hat in Hamm zuletzt unter anderem das Wassersportzentrum und den Neubau der Klinik für Manuelle Therapie geplant.
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Lebendiger Treffpunkt mit Gastronomie im Erdgeschoss. In den Obergeschossen zeigt sich eine hohe Nachfrage nach zeitgemäßen Praxisflächen.
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